Naturschutzgebiet Sandentnahmestelle Neustadtgödens

Sandentnahme Neustadtgödens
Das 51,5 ha große Naturschutzgebiet “Sandentnahmestelle Neustadtgödens” liegt südlich von Neustadtgödens und verdankt seine Entstehung dem Autobahnbau der A 29 von Oldenburg nach Wilhelmshaven. Für den Trassenbau wurden 5 Mio Kubikmeter Sand entnommen. Da die Abbaugruben anschließend nur teilweise wieder verfüllt wurden entstanden in der Folge drei durch Dämme getrennte grundwassergespeiste Seen. Nach dem Sandabbau sollte eine Renaturierung durch ungestörte, natürliche Entwicklung ablaufen. Daher wurde das Gebiet 1985 unter Naturschutz gestellt. Jegliche Freizeitnutzung wurde untersagt und das Schutzgebiet darf nicht betreten werden. Ein guter Einblick in die Flächen bietet sich von der Aussichtsplattform am westlichen Gebietsrand. Die Entwicklung von einem vegetationslosen Ausgangsstandort über Pionierpflanzen und Folgegesellschaften ist noch längst nicht abgeschlossen und wird in den nächsten Jahrzehnten weiter voranschreiten. Diese “natürliche Sukzession” kann hier hervorragend verfolgt und erforscht werden. Bisher haben sich an den Ufern der Seen unterschiedlich breite Röhrichtgürtel entwickelt, die vor allem aus Schilf bestehen. Die Dämme sind mittlerweile mit Gehölzen wie Erlen und Weiden bestanden. Besondere Bedeutung haben die Seen als Rastgebiet, vor allem für fischfressende Vögel wie Kormorane und Graureiher und zahlreiche Entenarten. Während der Zugzeit können sich hier über 1000 Vögel aufhalten. Besonders die große Zahl rastender Entenvögel ist der Grund für die Einstufung des Naturschutzgebietes als Vogelrastplatz von überregionaler Bedeutung. Die Röhrichtzonen sind Brutgebiet für Rohrsänger und viele andere Singvögel.

 


NSG WE 160
Sandentnahme Neustadtgödens
Verordnung vom: 17.05.1985
Fundstelle: Amtsblatt f. d. Reg.-Bez. Weser-Ems
Nr. 22  v. 31.05.1985
Gemeinde: Zetel
Größe: 51,5 ha


Text:
Armin Tuinmann
Landkreis Friesland
-untere Naturschutzbehörde-
Lindenallee 1
26441 Jever